Internationale
Paneuropea-Union
- Geschichte
- Grundlagen
Die Paneuropa-Bewegung ist eine übernationale und überparteiliche
Organisation,
die im Sinne des Völkerverständigungsgedankens für den Zusammenschluß
aller
Europäer zu einer Politischen Union eintritt. Sie hat eine klare
weltanschauliche Position, an der sie Parteien, Politiker und Institutionen
mißt. Die Paneuropa-Bewegung hat Vertretungen in nahezu allen europäischen
Staaten.
GESCHICHTE
- 1923 verfaßte Richard Coudenhove-Kalergi
seine prophetische
Schrift "PANEUROPA". Mit diesem Buch setzte er dem
kulturpessimistischen
Zeitgeist eine leuchtende Alternative entgegen: das vereinte Europa. Die
besten
seiner Zeit schlossen sich der von ihm gegründeten Paneuropa-Union an:
Briand
und Stresemann zählten zu seinen engsten Mitarbeitern. Doch die
nationalistische
Barbarei zerschlug die hoffnungsvollen Anfänge. Coudenhove mußte vor der
Hitler-Diktatur fliehen. Im Exil stieß ein Mann zu Coudenhoves Bewegung,
der
bald zu einem führenden Repräsentanten der Paneuropa-Idee wurde: Otto von
Habsburg.
Vergeblich warnte er die westlichen Regierungen vor den sowjetischen
Eroberungsplänen in Jalta wurde Ost- und Mitteleuropa der
kommunistischen
Gewaltherrschaft ausgeliefert. Aber im Westen setzten sich die Ideen der
Paneuropa-Bewqegung durch: Montan-Union, Europarat und Europäische
Gemeinschaft
waren große Erfolge auf dem Weg zur Einigung. Nach dem Tode Coudenhoves
1973
schien das Erreichte wieder gefährdet. Europa war zerstritten, die Einigung
stagnierte, der Kommunismus gewann an Boden, während der Westen von
Entspannung
träumte. Da entschloß sich der neue Paneuropa-Präsident Otto von Habsburg,
die
Paneuropa-Union zur Massenbewegung umzugestalten.
In allen europäischen Ländern begann eine intensive Basisarbeit. Immer
mehr
Menschen fanden zur Paneuropa-Bewegung, um mit Gleichgesinnten für ein
freies,
geeintes Paneuropa zu kämpfen. Seit der ersten Direktwahl zum Europäischen
Parlament 1979 wurde die Paneuropa-Bewegung zur wirksamen Verbindung
zwischen
den Europäern und ihrem Parlament in Straßburg. Dort wurden
paneuropäische
Programme Bahnbrecher europäischer Realpolitik. Das Bewußtsein setzte sich
durch, daß Europa nicht an der Jalta-Linie endet.
Das paneuropäische Picknick im August 1989 riß erstmals ein Loch in den
Eisernen
Vorhang und wurde so zum Anfang vom Ende der Teilung Deutschland und Europas.
Die Idee vom ganzen Europa begann Wirklichkeit zu werden.
PANEUROPA
ist:
- Freiheitlich
Im Mittelpunkt jeder Politik steht der Mensch. Ziel aller Politik muß es
daher
sein, die Entfaltung der einzelnen Person in Freiheit und
Selbstverantwortung zu
ermöglichen. Unlösbar damit verbunden ist die Verwirklichung der Menschen-
und
Bürgerrechte und das Selbstbestimmungsrecht der Völker und Volksgruppen.
Die
rechtsstaatliche Ordnung und das marktwirtschaftliche Prinzip sind dafür
Voraussetzung.
Nur eine freie europäische Gesellschaft kreativer Menschen in einem starken
vereinten Europa kann die Freiheit dauerhaft bewahren und die
Herausforderungen
des 3. Jahrtausends bestehen. PANEUROPA wendet sich daher gegen jeden
Kollektivismus und Totalitarismus, der versucht, Eigeninitiative und
Kreativität
gleichzuschalten und bürokratische Planung und staatliche Bevormundung zu
ersetzen.
- Christlich
Das Christentum ist die Seele Europas. Die kulturelle und geistige
Entwicklung
des Abendlandes, die unveräußerlichen Werte seiner Rechts- und
Sozialgeschichte
sind untrennbar mit dem Christentum verknüpft. Deshalb bekennen wir uns zum
christlichen Menschenbild: Der Mensch hat seine Würde von Gott und daher
Rechte,
die ihm kein Staat, keine Rasse und keine Klasse geben oder nehmen kann.
Nationalismus, Sozialismus und ein seichter atheistischer Humanismus dürfen
nicht das letzte Wort Europas an die Welt sein. Nur durch Besinnung auf
seine
christlichen Wurzeln kann Europa erneut den Glauben an sich selbst gewinnen
und
damit auch die Stellung, die ihm zukommt: Als Friedensmacht und geistige
Führungskraft Vorbild für die Völker in der Welt zu sein. PANEUROPA
wendet sich
gegen alle nihilistischen und religionsfeindlichen Tendenzen, die die
geistige
und moralische Kraft Europas zerstören.
- Sozial
Grundlegende Verpflichtung jedes Verantwortungsträgers in Wirtschaft und
Politik
ist es, Gerechtigkeit und Menschenwürde für alle gesellschaftlichen
Gruppen
herzustellen. Auf der Grundlage der christlichen Soziallehre muß ein
vereintes
Europa den Schutz der unselbständig Beschäftigten sowie aller
Benachteiligten
und Minderheiten garantieren. Dazu zählen Alte, Kinder und Kranke ebenso
wie
ethnische, religiöse oder soziale Minderheiten.
Soziale Marktwirtschaft muß, um wirklich sozial zu sein, zukünftig auch
die
Lebensbedingungen der Menschen in einer menschenwürdigen Umwelt sichern.
Für
PANEUROPA ist Umweltschutz gleich Menschenschutz. Als soziales Wesen steht
der
Mensch nach unserem konservativen Politikverständnis in der Tradition
vorangegangener Geschlechter und in der Verantwortung für die zukünftigen
Generationen. Er ist unzerstörbaren Werten verpflichtet und Geschichte,
Tradition, Religion, Sprache und Bildung sind nicht Beschränkung sondern
Voraussetzung echter Personalität.
- Europäisch
Die Europäische Union hat nicht nur den Zustand einzelstaatlicher Anarchie
zwischen ihren Völkern beendet, sondern auch eine einzigartige Rechts- und
Friedensordnung geschaffen. Aber die EU ist für Paneuropäer nur der
Ausgangspunkt für das große Europa von morgen, zu dem auch die von
kommunistischer Unterdrückung befreiten Völker Mittel- und Osteuropas
gehören
werden.
Wir wollen ein Europa der Regionen, der Völker und Volksgruppen, in dem das
Recht auf die angestammte Heimat allen Europäern gewährt wird. In diesem
Sinne
bekennt sich die PANEUROPA-Bewegung zum europäischen Patriotismus zur
neuen
Staatsidee des 21. Jahrhunderts zur großen Kulturnation Europa.
Griechische
Weisheit, römisches Rechtsdenken und christlicher Glaube sind das
gemeinsame
Erbe dieser Nation. Die politische Union ihrer Völker in einem föderalen
Staat
ist ihr Zukunftsprogramm.